Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsbereich

November 30, 2015

Interview des Vorsitzenden der CDU Badbergen Prof. Adolf E. Luger mit
Axel Meyer zu Wehdel

Vorsitzender:
Axel wie war die Ernte 2015 ?
Axel Meyer zu Wehdel:
Der Sommer 2015 war ein schwieriges Erntejahr für die Landwirte. Nicht nur weil die Erträge der Getreideernte aufgrund des trockenen Frühjahres geringer als gewohnt ausfielen, sondern auch weil der Getreidepreis gerade mal kostendeckend war. Die Kartoffel- und Maisernte war durch das ungünstige Wetter im Herbst behindert, aber wir haben alles gut hereinbekommen. Allerdings konnten wir erst verspätet mit der Aussaat des Wintergetreides beginnen. Hoffentlich entstehen dadurch keine zusätzlichen Ausfälle.
Vorsitzender:
Du sprachst schon die gerade eben kostendeckenden Getreidepreise an. Wie sieht es denn bei der Veredelung aus ?
Axel Meyer zu Wehdel:
Die Milch und Fleischpreise sind zu niedrig. Die Landwirtschaft war die letzten 15 Jahre in der glücklichen Position, daß Länder wie Russland, Brasilien, Indien und China nach immer mehr Lebensmitteln verlangten. Das bedeutete stabile Preise und Wachstum für die Landwirte. Doch nun gibt es eine Wirtschaftskrise in Süd Amerika, Chinas Börse geht in den Keller und Russland hat ein Einfuhrverbot für Europäische Agrarprodukte verhängt. Dem zu Folge stockt der Absatz von Agrarerzeugnissen ins Ausland.
Vorsitzender:
Es wird immer öfter angeprangert, daß die deutsche Landwirtschaft auch für den Export produziert. Ist das denn sinnvoll und erforderlich ?
Axel Meyer zu Wehdel:
Wir bewegen uns in einer globalen Welt. Deutschland importiert viele Lebensmittel, da ist es doch verständlich, daß Deutschland seinerseits auch Lebensmittel exportiert, die in Deutschland in guter Qualität produziert werden. Der Staat hat in den letzten Jahren landwirtschaftliches Wachstum gefördert und angefeuert, damit sich Deutschland auch mit Agrarprodukten auf dem Weltmarkt positioniert. Die deutschen Landwirte sind diesem Aufruf gerne gefolgt.
Vorsitzender:
Welche Folgen hat der Wegfall wichtiger Auslandsmärkte für die deutschen Landwirte ?
Axel Meyer zu Wehdel:
Die deutschen Landwirte müssen sich auf geringere Preise einstellen. Schon heute sind viele kleine Landwirte nicht konkurrenzfähig und überleben nur durch hohe Arbeitszeiten der Inhaber. Um Einkommenseinbußen vorzubeugen, gilt es für die Landwirte, nun Kosten zu sparen und die Produktion zu optimieren. Das geht sowohl im Ackerbau als auch in der Veredelung durch Viehzucht nur durch größere Einheiten.
Vorsitzender:
Ist das bei der aktuellen Politik durchführbar ?
Axel Meyer zu Wehdel:
Aktuell weht der politische Wind aus einer anderen Richtung als vorher und die Bauern sollen plötzlich in kleinere, weniger konkurrenzfähige Strukturen gepresst werden. Die sprunghafte Politik insbesondere in Niedersachsen ist für die Landwirte schwer umzusetzen und extrem schädlich. Wenn in der Landwirtschaft Investitionen für die nächsten 10 bis 15 Jahre getätigt werden, dann kann die Politik den Kurs nicht alle 5 Jahre ändern.
Vorsitzender:
Die Landwirtschaft hat aber auch ihre Probleme mit den Medien, in denen die aktuelle politische Richtung sehr positiv dargestellt wird.
Axel Meyer zu Wehdel:
Die Bevölkerung wird wild gemacht, indem man die Landwirtschaft in ein umwelt-unfreundliches Licht stellt. Leider tragen die Medien hierzu bei, auch weil sich Skandale besser verkaufen als aufklärende Berichterstattung. Mit der Initiative Tierwohl setzen die Landwirte ein Zeichen, daß sie auf die Wünsche der Verbraucher eingehen. Sie zeigen auf, daß sich deutsche Agrarerzeugnissen nicht nur durch hohe Qualität, sondern auch durch höchste Tierhaltungsstandards von anderen Erzeugerländern absetzen.
Vorsitzender:
Es ist zu hoffen, daß diese Initiative ein positives Echo findet.
Noch eine letzte Frage: Wie sehen Sie die Zukunft unserer Landwirtschaft ?
Axel Meyer zu Wehdel:
Den Landwirten stehen schwierige Zeiten bevor und da kann man nur auf eine sachliche Zusammenarbeit mit der Politik hoffen. Wenn Landwirtschaftspolitik weiter aus einem ideologischen und idealistischen Blickwinkel gemacht wird, darf sich unsere Rot-Grüne Landesregierung nicht über Bauernproteste in Hannover wundern.
Ich hoffe, daß diese nüchternen Einschätzungen nicht nur den Landwirten helfen, sondern auch den Verbrauchern die Augen öffnen, um die Erkenntnis zu gewinnen, das wir unsere qualitativ hochwertige und soweit wie möglich umweltfreundliche Deutsche Landwirtschaft brauchen.
Vorsitzender:
Vielen Dank für Deine Bereitschaft, Stellung zu nehmen.

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